Bericht zur Sitzung des Kreistages Meißen am 07.07.2011 in Gröditz
Donnerstag, 18. August 2011
kreistag meißen
Die Fusionierung der Orchester von Elbland Philharmonie und Landesbühnen Sachsen war der Schwerpunkt der Sitzung.
Bereits die Fragestunde, zu der einige gut informierte Einwohner wie auch betroffene Musiker der Orchester eindringlich die Kreisräte aufforderten, das bestehende qualitativ hochwertige kulturelle Angebot im Landkreis unbedingt zu erhalten und gegen eine Zusammenführung der beiden Orchester zu stimmen, zeigte die Brisanz der Sache.
Im Zuge des Haushaltsgesetzes 2011/2012 wurden vom Freistaat Sachsen die finanziellen Mittel für die Förderung kultureller Einrichtungen erheblich gekürzt und damit letztlich auch die weitere Finanzierung der Landesbühnen Sachsen in Frage gestellt.
Um sowohl die Existenz der Landesbühnen wie auch der Elbland Philharmonie zu sichern, erarbeiteten Freistaat, Kulturraum und die Neue Orchesterverwaltung- und Marketinggesellschaft eine Vereinbarung, die der Kreistag in seiner Sitzung absegnen sollte. Wichtigste Punkte dabei:
Zusammenführung der Elblandphilharmonie mit dem Orchester der Landesbühnen Sachsen zum 01.08.2011 mit einer Stellenausstattung von 72 Orchestermusikern, 120 Vorstellungen im Musiktheaterbereich und einer angemessenen (was heißt wohl angemessen???) Aufführungsdichte im Konzertbereich.
In einem von uns unterstützen Änderungsantrag der Fraktionen der SPD und der Linken kam der Vorschlag, das neue Orchester mit mindestens 86 vollzeitigen Musikerstellen abzusichern und eine Aufführungsdichte von 120 Vorstellungen im Musiktheaterbereich und ebenso 120 Aufführungen im Konzertbereich zu gewährleisten.
Wir unterstützten den Änderungsantrag, denn nur mit einer Ausstattung von 86 Vollzeitmusikern kann die gewohnte Orchesterqualität beibehalten werden. So jedenfalls auch die einhellige Meinung unabhängiger Fachleute.
Der Änderungsantrag wurde mit der Mehrheit von CDU, FDP und DSU abgeschmettert. Man drehte noch einen kleinen Schnörkel und gab dem Landrat den Auftrag, wenigstens im Verhandlungswege noch weitere 14 Musikerstellen zu erstreiten, wohl wissend, dass es tatsächlich keinen Verhandlungsspielraum gibt.
Ich hoffe, wir können zukünftig gemeinsam verhindern, dass eines Tages der Unterschied zwischen unserem Landkreis und Joghurt darin bestehen, dass Joghurt eine aktive und lebendige Kultur hat…
Ulrike Reiher, Kreisrätin






