Fahrgastzahlen des Busersatzes RB 110

Dienstag, 27. Juni 2017

In der jüngsten Vergangenheit informierte der VVO mit unrichtigen Zahlen über die Nutzung der Busersatzverkehre im Bereich der im Dezember eingestellten RB 110 Meißen – Nossen – Döbeln. Laut den Angaben des VVO soll suggeriert werden, dass es eine Steigerung auf 115.500 Fahrgäste im Verhältnis zu 89.650 Fahrgästen in der RB 110 gegeben hat. Praktisch wären somit über 25.000 Fahrgäste mehr mit den Bussen unterwegs gewesen.

 

Bei den angegebenen Zahlen handelt es sich jedoch um ein durchsichtiges Täuschungsmanöver, das allein den Zweck erfolgt, den Misserfolg des Busnetzes bei den Reisenden zu kaschieren.

 

Doch wie erklärt sich die angebliche Erhöhung der Busnutzerzahlen? Hier wurden einfach die bisherigen Fahrgäste der Buslinien mit den Umsteigern aus der RB 110 addiert. Im Klartext: In der RB 110 wurden die Fahrgäste zwischen Meißen und Döbeln einmal gezählt, währenddessen die Buslinien in Nossen gebrochen sind und die umsteigenden Fahrgäste werden dann ein zweites Mal gezählt. Diese Herangehensweise entbehrt jeglicher seriöser Basis in der Betrachtung. Infolgedessen kann man davon ausgehen, dass sich die tatsächliche Fahrgastzahl um mindestens 18.283 Fahrgäste (der Linie 750) reduziert.

 

Außerdem wurden der ehemaligen RB 110 die Buslinien 424, 412, 418, 416 und 750 gegenübergestellt, in Summe sind das fünf Buslinien, wovon nur zwei den unmittelbaren Einzugsbereich der RB 110 bedienen. Hinzu kommt, das der stark ausgeprägte Vorortverkehr der Linie 424 zwischen Wilsdruff und Dresden die Busstatistik schönt, da diese Zahlen dem Nossner Busnetz zugeschlagen werden.

 

In der Tat sitzen außerhalb des Berufs- und Schülerverkehrs selten mehr als 5 Reisende in den Bussen, mitunter nur der Fahrer. Dazu sind Verspätungen von 5 bis 15 min zwischen Nossen und Dresden die Regel, so dass Reisende den Anschlusszug verpassen. Ebenfalls kommt es öfters vor, dass in Döbeln der Anschluss zur RB 110 nicht gehalten werden kann und sich infolgedessen für die Reisenden Übergangszeiten von bis zu einer Stunde ergeben.

 

Die tatsächliche Lage im Busersatzverkehr entspricht damit genau den Vorhersagen der Bahnbefürworter und verdeutlicht einmal mehr, das die Region Döbeln – Nossen – Meißen eine schnelle Eilzugverbindung nach Dresden und Leipzig benötigt, so wie sie bis zum Jahr 2001 bereits existierte. Der aufgeblähte Busersatzverkehr entspricht hingegen nicht den Wünschen der Menschen der Region, die sich bereits in den Jahren 2011 und 2014 mit über 25.000 Unterschriften klar für den Erhalt der RB 110 ausgesprochen haben.

Peter Wunderwald
Kreisrat Bündnis 90/ Die Grünen