"Wie weiter mit der Linie 4?" fragten wir am 22. Juni in Radebeul

Dienstag, 22. Juni 2010

30 Menschen fanden bei wunderbarem Sommerwetter den Weg in die Bibliothek im beispielhaften umgenutzten Bahnhof Radebeul Ost um sich mit dem Nahverkehr in der Region auseinanderzusetzen.

Nachdem durch die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Eva Jähnigen ein kurzer Überblick über die Verantwortlichkeiten im Öffentlichen Verkehr gegeben wurde, übernahm mit Fritjof Mothes ein Leipziger Verkehrsplaner. Er stellte verknappt den im Auftrag der Landtagsfraktion erarbeiteten Masterplan SACHSENTAKT 21 vor, wobei er den Schwerpunkt auf die Vertaktung und Verknotung von Nah- und Regionalverkehr legte, ein Thema  welches auch in Radebeul relevant ist. Ditmar Hunger, Verkehrsplaner, Inhaber des Planungsbüro SVU Dresden legte den Fokus auf die Zukunft der Straßenbahnlinie 4. Schwerpunkt dabei der Konflikt zwischen Förderfähigkeit des Ausbaus der maroden Schiene mit der Auflage eigenes Gleisbett und dem teilweise recht schmalen Straßenraum in EInzelabschnitten.

Sein Appell für ein moderates Abweichen von dieser aus seiner Sicht überdimensionierten Ausbaurichtlinie nach  Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) fand den teilweisen Widerspruch eines anwesenden DVB-Mitarbeiters.

Moderiert von der GRÜNEN Kreisrätin Gabriele Schirmer entspann sich eine engagierte anderthalbstündige Diskussion. Themen waren u.a. die anstehenden Kürzungen der Regionalisierungsmittel für die Zweckverbände, die Tarifgrenze in Radebeul, die der DVB nach Einführung bis zu 20% Kunden gekostet hat, die Garantie uneingeschränkter Mobilität durch ein sachsenweites Mobilitätsticket sowie die Finanzierungsvorbehalte der Linie 4 durch den Landkreis. Einhellig der Wunsch der Anwesenden bei der anstehenden Tarifreform beim VVO die Tarifzonengrenze vor Radebeul Ost zu verändern.
Dass sich Engagement lohnt, bewies ein anwesender Bürger, der sich seit mehreren Jahren im Fahrgastbeirat der DVB engagiert. Auf seine Initiative hin konnte mit Unterstützung der DVB gegen den anhaltenden Widerstand der Radebeuler Stadtverwaltung ein sinnvoller Bedarfshalt am Gradsteg eingerichtet werden. Ein mutmachendes Beispiel für unsere Forderung auch auf Ebene der Zweckverbände Fahrgastbeiräte einzurichten.

Carsten Enders, GRÜNE-Fraktion