Feralpi Stahl meldet Rückgang bei Emissionen - Grüne skeptisch

Freitag, 1. Mai 2009

Feralpi hat die Emissionen seines Stahlwerks in Riesa in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben um 70 Prozent reduziert. Das habe erst kürzlich eine Messung im Rahmen der jährlichen Prüfung der Messeinrichtungen bestätigt, sagte Werkleiter Frank Jürgen Schaefer am Donnerstag. Trotz gestiegener Produktion liege man «weit unter den Grenzwerten». Sachsens Grüne reagierten skeptisch.

Der Rückgang sei eine Folge der umfangreichen Investitionen in Entstaubungstechnik bis zum Sommer 2006, sagte Schaefer. Die bis dahin aufgetretenen Verunreinigungen über das Schmelzhausdach seien dadurch komplett unterbunden, Staubemissionen aus dem Dach der Stahlwerkshalle «erheblich reduziert» worden.

Schaefer wies darauf hin, dass die Messberichte bei Feralpi Stahl eingesehen werden könnten. «Entsprechende Angebote unter anderem an die neu gegründete Regionalgruppe Riesa des BUND wurden bisher nicht angenommen», sagte er. Die Umweltbelastungen durch die Stahlproduktion hatten in den vergangenen Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Johannes Lichdi, forderte konkretere Angaben zum Rückgang der «immer wieder von den Anwohnern beklagten diffusen Emissionen aus den Dachbahnen». Offenbar könne Feralpi diese nicht beziffern, weil sie nicht von der Messeinrichtung gemessen würden. «Transparenz sieht anders aus», sagte Lichdi in Dresden auf ddp-Anfrage.

Feralpi Stahl beschäftigt in Riesa in vier Firmen rund 610 Mitarbeiter und produziert jährlich etwa 950 000 Tonnen Stahl aus Schrott. Der Stahl wird unter anderem zu Produkten für Betonelemente des Hoch- und Tiefbaus weiterverarbeitet.