"Man kann die Homosexualität nicht als Krankheit bezeichnen, sondern muss sie als Variante der Sexualität auffassen. Ihre Träger leiden nicht unter Homosexualität, sondern höchstens unter den Schwierigkeiten, die sie ihnen im gesellschaftlichen Leben bereitet."

Zitat von Siegfried Schnabl, Psychotherapeut und Sexualfachmann

Initiative 2gleich2 – Gleiche Liebe, Gleiche Rechte – Auch hier in Sachsen!

Seit 2001 haben schwule und natürlich auch lesbische Paare die Möglichkeit, eine eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen und damit ihre gegenseitige Liebe und Treue und auch die Verantwortung füreinander auf Lebenszeit zu bekennen. Die Lebenspartnerschaften waren dabei von Anfang an bei den damit verbundenen Pflichten mit der Ehe gleichgestellt. Bei den Rechten war das allerdings nicht der Fall.

Mittlerweile ist unser schönes Sachsen das einzige Bundesland, das die Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft leider immer noch nicht umsetzt. Aus diesem Grunde wurde die Initiative „2gleich2 – Gleiche Liebe, Gleiche Rechte“ ins Leben gerufen.

So schaut´s derzeit in Sachsen aus

10 Jahre sind es schon, 10 Jahre, dass auch in Sachsen Lesben und Schwule sich das Ja-Wort geben dürfen. 10 Jahre, in denen Sachsen ihnen die gleichen Pflichten gab, wie Eheleuten. 10 Jahre, in denen sie noch immer nicht die gleichen Rechte haben.

Während andere Bundesländer viel weiter sind und längst Aktionspläne gegen Homophobie eingeführt haben, einige sogar den Schutz der sexuellen Identität in die Landesverfassung schreiben, sendet Sachsen beharrlich ein düsteres Signal.

Lebenspartner, Lebenspartnerinnen und ihre Kinder benachteiligt Sachsen in über 35 Landesgesetzen. Initiative zur Verbesserung – Fehlanzeige. Selbstgefällig blocken  die Landesväter jeden Antrag der Oppositionsparteien ab. Ein Skandal, denn Sachsen ist damit das Bundesland, dass am längsten die Gleichstellung verhindert.

Doch in der Community kocht es. Einzelne Nachfragen bei Abgeordneten im Landtag bringen immer neue Vorwände zum Aufschub der Gleichstellung von Lebenspartnerschaften. Im April 2011 heißt es dann von der Landesregierung „Eine grundsätzliche Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaft mit der Ehe ist nicht beabsichtigt.“

Was will 2gleich2 eigentlich erreichen?

„Wir fordern alle Abgeordneten des Sächsischen Landtages auf, die vollständige landesrechtliche Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften mit der Ehe endlich umzusetzen und die in mehr als 35 Landesgesetzen festgeschriebene Ungleichbehandlung aufzuheben!* Die derzeitigen vielschichtigen Benachteiligungen im Landesrecht verstoßen gegen das Grundgesetz - das hat das Bundesverfassungsgericht in mehreren aktuellen Urteilen klargestellt!

Um Ehen und eingetragene Lebenspartnerschaften auch langfristig die gleichen Rechte zu sichern, fordern wir eine Ergänzung des Artikels 22 der Sächsischen Landesverfassung. Nicht nur die Ehe, sondern auch die eingetragene Lebenspartnerschaft soll unter den besonderen Schutz des Landes gestellt werden. Denn dem verantwortungsvollen Handeln von Lebenspartnern, ihrer gegenseitigen Fürsorge und auch ihrer Leistung als Eltern gebühren dieselbe Anerkennung und den Lebenspartnern derselbe Schutz wie Eheleuten!“

* Die Gleichstellung muss ab Inkrafttreten der EU-Verordnung 2000/78/EG in Deutschland gelten.

Egal ob lesbisch, schwul oder hetero: Unterstütze die Initiative mit deiner Stimme. Unterschreibe jetzt die Petition: www.2gleich2.de

Die Initiative 2gleich2 wird auch von den GRÜNEN unterstützt. Hier eine ganz kleine Auswahl – nämlich unsere grünen Unterzeichner_innen: Volker Beck, MdB, Antje Hermenau, MdL, Monika Lazar, MdB und viele, viele mehr!

Erfahre mehr über die Hintergründe der Initiative 2gleich2. Du möchtest die Initiative unterstützen? Super! Dann unterschreibe doch bitte die Petition. Und allgemeine Informationen zu 2gleich2 gibt es unter www.2gleich2.de

Ich bin schwul, aber glücklich

Die etwas andere Einladung zum CSD in Dresden von Nino Klingenberg

Homosexualität – Ein Thema, welches immer wieder für heiße Diskussionen in der Öffentlichkeit sorgt. Wieso eigentlich? Homosexuelle findet man in jeder Stadt – nicht nur in Düsseldorf, Berlin, Hamburg oder München. Nein, auch hier vor Ort gibt es sie: In Meißen, Riesa, Dresden, Großenhain und vielen weiteren Orten. Und dennoch nichts Normales?

Nun aber erst einmal ein paar Fakten zu diesem Thema

Im Allgemeinen identifizieren Bevölkerungsumfragen zehn Prozent der Bevölkerung als lesbisch oder schwul. Allerdings ist anzunehmen, dass die Umfragewerte durch die soziale Stigmatisierung der Homosexualität und die damit verbundene Tendenz zum Verschweigen eher nach unten als nach oben verfälscht sind.

Ein ganz besonderes Problem ergibt sich für Homosexuelle, die zum Beispiel öffentlich angestellt sind, wie beispielsweise Lehrer, in der Jugendarbeit tätig sind (Erzieher, Heimleiter) oder einer Beschäftigung im christlich-religiösen Leben nachgehen, zum Beispiel Pfarrer.

Homosexuelle LehrerIinnen und Jugendleiter werden wegen unterstellter Beeinflussung der Kinder in einigen Fällen sogar mit erheblichem Druck abgelehnt.

Schwule Politiker – wir kennen sie – konnten sich erst in jüngerer Zeit profilieren. Bekannte Beispiele dafür sind Klaus Wowereit (SPD), dessen Outing in die Sprachkultur einging „Ich bin Schwul, und das ist auch gut so!“, oder aber auch Guido Westerwelle (FDP) und Ole von Beust (CDU).

Leitende Angestellte werden meist als erpressbar angesehen. Dass sie daher oft in (Schein-) Eheverhältnissen leben, wird zwar immer wieder erwähnt, ist aber schwer nachweisbar. Wieso aber? Homosexualität wird in der Gesellschaft immer noch als Negativpunkt angesehen, teilweise sogar als Krankheit angesehen.

Was nun? Die Entwicklung innerhalb der Wirtschaft geht dagegen in die Richtung, dass Unternehmen gezielt Homosexuelle fördern und unterstützen, um auch in der Belegschaft die Gesellschaft widerzuspiegeln. Mit der Verabschiedung der europäischen Richtlinien zur Antidiskriminierung im Arbeitsrecht sind Kündigungen sowie sonstige diskriminierende Maßnahmen aufgrund bekannter homosexueller Identität von Mitarbeiterin in der Privatwirtschaft sowie von Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst in den EU-Mitgliedsstaaten verboten.

Ich bin schwul? Na Und? Ich bin wenigstens ein glücklicher Mensch, denn ich stehe offen zu meiner sexuellen Orientierung. Stopp: Ich bin ein fast glücklicher Mensch, denn leider stößt man immer wieder auf Ablehnung/Abneigung – leider – denn es wird immer noch nicht als normal/ selbstverständlich angesehen. Man wird blöd angeschaut, es wird über einen gelästert und gequatscht.

Aber wieso? Wir sind genauso Menschen – wie du und wie du! Immer wieder stelle ich Menschen, die mich mittlerweile etwas kennen, eine Frage: Hee, ich bin schwul. Bin ich nun für dich ein anderer Mensch? Nehme ich durch mein Outing plötzlich andere Charaktereigenschaften an? Eine Frage, die meist mit „NEIN“ beantwortet wird.

Auch die GRÜNEN haben zu diesem Thema Stellung bezogen. Weitere Informationen findest Du auf der Homepage der GRÜNEN (www.gruene.de).

Bevor ich Dich nun recht herzlich zum CSD nach Dresden einladen möchte, bei dem natürlich auch unsere Partei vertreten sein wird, möchte ich Dir noch etwas mit auf den Weg geben: Auch Schwule sind Menschen, genauso wie Du, und haben genauso das Recht zu lieben, sich in der Gesellschaft glücklich zu zeigen und von der Gesellschaft akzeptiert zu werden.

Nino Klingenberg, Kreisverband Meißen

Der Christopher Street Day (CSD)

Was ist das?

Es handelt sich hierbei um einen Festtag, Gedenktag und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen sowie Transgendern.

Gefeiert und demonstriert wird für die Rechte dieser Gruppen, vor allem aber auch gegen Diskriminierung und Ausgrenzung jeglicher Art.

Als politische Demonstration, meistens mit einem politikbezogenen Motto, zeigt sich der CSD meist in Form von Demonstrationsparaden mit einer anschließenden Kundgebung. Dabei gibt es Unterstützung von Künstlern mit Auftritten auf der Bühne.

Zusätzlich zur politischen Botschaft des CSD wird gefeiert. Neben der eigentlichen CSD-Parade und den dazugehörigen Abschlusskundgebungen gibt es in vielen Städten Straßenfeste und Kulturwochen mit bekannten Künstlern, politischen Veranstaltungen, Vorträgen, Lesungen und Partys. Dabei wird stets an alle gedacht: Ein Fest mit Veranstaltungen, Vorträgen und Bühnenprogramm für jeder man – für Heterosexuelle und für Homosexuelle.

Der CSD wird in den meisten Städten von Prominenten unterstützt, unter Anderem von:

Häufig stellen sich Politiker beim CSD auch den Fragen der Bevölkerung. Dabei stehen nicht nur Fragen zur Diskriminierung und Ausgrenzung zur Debatte, sondern auch alltägliche Dinge – die jeden von uns betreffen.

Interesse geweckt? Klar doch! Schau vorbei beim CSD 2011 in Dresden und zwar vom 26.06. bis 03.07.2011, wenn es wieder heißt: „Jedes Jahr findet der Christopher Street Day in Dresden statt. Jedes Jahr aufs Neue gehen Lesben, Schwule, Transen und Tansgender auf die Straße, um Gesicht zu zeigen und für ihre Rechte einzustehen und zu kämpfen! Dass das nicht leise von statten geht, ist ja hinreichend bekannt und gerade deshalb ist klar, zum Dresdner CSD gehört auch eine fette Party ... – dieses Jahr unter dem Motto „Sport ist auch ... schwul und lesbisch!“

Infos und Forderungen des CSD in Dresden 2011

Auch in diesem Jahr möchte sich der CSD Dresden e.V. an den bundesweiten Forderungen aller Homo-, Bi- und Transgender für mehr Akzeptanz und mehr Aufklärung stark machen.

Deswegen findet auf dem Theaterplatz die bewegende Aktion „Licht für Akzeptanz“ statt, am 1. Juli 2011 um ca. 21:30 Uhr geht´s los. Mit der Aktion möchte der CSD Dresden auf die strafrechtliche Verfolgung von Homosexuellen in über 75 Ländern der Erde hinweisen. In 5 Staaten wird Homosexualität sogar noch mit Todesstrafe geahndet. Der CSD möchte wortwörtlich Licht in die Dunkelheit bringen und jeder soll mit einer Kerze in der Hand bei einer Gedenkminute der Opfer homophober Gewalt und Verfolgung gedenken.

Hast Du Dich selbst schon mal gefragt, wie Du reagieren würdest, wenn Du annehmen müsstest oder wüsstest, dass Dein/e Lieblingssportler oder -sportlerin homosexuell ist? Wir haben die Antwort: Nichts wäre anders!

Daher ist das Motto des diesjährigen CSD in Dresden auch: „Sport ist auch… Schwul und Lesbisch“

Denn es gibt keinen Unterschied, wie jemand lebt und liebt, solange er, er selbst ist und die Möglichkeit in der Gesellschaft dazu hat, er selbst zu sein.

Jeder kennt das Problem einer Minderheit anzugehören. Egal wo, im Büro, unter Freunden, beim Essen oder wo auch immer. Nur wie groß muss dann erst die Sorge für eine(n) homosexuelle(n) Sportler/in sein, sich zu outen?

Der CSD Dresden möchte durch seine Forderung erreichen, dass gerade in unserer heutigen immer schnelllebigeren und multikulturelleren Gesellschaft Homophobie nicht mehr existieren darf!

Weitere Forderungen des CSD auf Landes- sowie Bundesebene sind

  • Wir fordern die volle rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften!
  • Wir fordern das gleiche Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare wie für Heterosexuelle, sowie den gleichberechtigten Zugang zur Reproduktionsmedizin!
  • Wir fordern die Ergänzung des Artikels 3 des Grundgesetzes um das Merkmal "sexuelle Identität"! Ebenso muss diese auch in der Sächsischen Verfassung klar formuliert und verankert werden!
  • Wir fordern ein kontinuierliches Engagement des Sächsischen Landtages in den Bereichen allgemeine Aufklärung in der Gesellschaft und HIV-Prävention (Ein Thema, was uns alle betrifft – nicht nur Homosexuelle!)
  • Wir fordern die umfassende Reform des Transsexuellengesetzes (TSG)
  • Wir fordern die Einhaltung der Menschenrechte für Homo-, Bi- und Trans*r in allen Ländern der EU und darüber hinaus!
  • Wir fordern für Homosexuelle das Recht ein, Blutspenden gehen zu dürfen!
  • Wir fordern die Schaffung einer Datengrundlage über die Situation nicht-heterosexueller Personen in Deutschland!