SACHSENTAKT 21

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag legt mit dem Masterplan „SACHSENTAKT 21“ ein neues Konzept für ein vernetztes, vertaktetes sowie kundenfreundliches Bahn- und Bussystem vor.

Unter dem Leitbild „Schneller, häufiger und bequemer in jeden Ort!“ setzen wir auf die sachsenweite Einführung eines mindest einstündigen integrierten Taktfahrplans.

Der „SACHSENTAKT 21“ vernetzt Fern- und Regionalverkehr, ein abgestimmtes Bussystem und alternative Bedienformen wie Bürgerbusse oder Anrufsammeltaxis.

Grüne machen für die Bahn mobil

Stoppt den Wahn – rettet die Bahn!
Unter dieser Losung engagierten sich die Bündnisgrünen  bereits in den Jahren 1997/98 aktiv für den Erhalt der Bahnlinie Riesa – Nossen,

  • gründeten damals u.a. eine Bürgerinitiative
  • organisierten eine wohl bis dahin einmalige Mitfahrdemo
  • und eine Protestveranstaltung in der bis auf den letzten Platz gefüllten Lommatzscher Kirche.

Außerdem setzen wir uns bis heute immer wieder parlamentarisch für den Erhalt des Schienennetzes ein. Leider konnten all diese Bemühungen 1998 die „Abbestellung“ des Personenverkehrs durch die Kreistage Meißen und Riesa-Großenhain nicht verhindern.

Anschließend verhandelte die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) um eine Übernahme der Strecke mit der DB.

Bedingt durch die Tatsache, dass die Aktiven für den Bahnerhalt später durch den Rückzug der DRE im Stich gelassen wurden, geht der Kampf um den Erhalt der Schieneninfrastruktur nun schon ins 10. Jahr. Bis vor kurzem drohte noch das Damoklesschwert der Verschüttung des Bahneinschnittes vor dem Bf Lommatzsch infolge des Baues der Südumgehung.

Um die Entwidmung zu verhindern erhoben Grüne Einspruch im Freistellungsverfahren. Außerdem unterstützen wir die Bemühungen der Nossen-Riesaer Eisenbahncompagnie GmbH um Reaktivierung der Strecke für den Güterverkehr und saisonalen Personenverkehr. Das ist ein wichtiger Etappensieg, den uns vor einigen Monaten die Wenigsten zugetraut hätten.

Derzeit gibt es neben der NRE noch die Draisinenbahn Zossen, die die Strecke touristisch vermarkten will. Egal ob letztlich die Draisinenbahn oder ein richtiger Eisenbahnbetrieb den Zuschlag bekommt, Dank des beharrlichen Engagements scheint die Zukunft der Schieneninfrastruktur Riesa – Nossen gesichert. 

Das Buch zur Bahn
Getreu dem Motto „Alles was noch nicht vergessen ist, ist auch noch nicht verloren“ erschien 2005 nach 7jähriger Forschungsarbeit ein 228 DIN A4-Seiten umfassendes Buch zur Geschichte dieser traditionsreichen Bahnstrecke, die Bestandteil der späteren durchgehenden Verbindung zwischen Riesa und Moldau (heute Moldava, Tschechien) und somit ein wichtiges Kettenglied der Verbindung Nordsachsen – Böhmen war.

Verfasst wurde das Buch von Peter Wunderwald, als Ko-Autor fungierte der Oschatzer Eisenbahner Reiner Scheffler. Peter Wunderwald war 1990 Mitbegründer der Grünen in Freital und seit 1995 ist er Mitglied im KV Meißen. Sein besonderes Interesse gilt der Verkehrspolitik und er ist außerdem Vorsitzender der IG Verkehrsgeschichte Wilsdruff e. V. und in Eisenbahnkreisen als Buchautor bekannt. Auch die Publizierung dieses Buches übernahm er in Eigenregie, von der Manuskripterstellung, über das Layouten bis hin zur Drucküberwachung vor Ort im Druckhaus - entstand das Werk sozusagen aus einer Hand. Es kann sich als eine der fundiertesten Chroniken die bisher über eine Nebenbahn entstanden, sehen lassen. Insgesamt 188 Schwarzweißfotos, 121 Farbbilder und 44 Zeichnungen in hervorragender Qualität illustrieren das Werk. Der Verkaufspreis beträgt 35,- €.

Das Buch schildert umfassend die Betriebsgeschichte dieser interessanten und bis zuletzt im ursprünglichen Flair erhaltenen Bahnstrecke, den Kampf um den Bahnanschluss, die Bahnstationen, Anschlussgleise und Brücken. Eine wahre Fundgrube auch für den Modelleisenbahner sind die vielen maßstabsgerechten Zeichnungen von Bahnanlagen, Hochbauten und Fahrzeugen.

Darüber hinaus wird über den Lokomotiv- und Wageneinsatz, die Bahnpost und über den Kampf für den Erhalt und die Reaktivierung der Bahnlinie berichtet.
Kurzum, das Buch macht eine über 125jährige Eisenbahntradition wieder lebendig, die 1998 auf einem Großteil der Strecke vorerst endete.

Ein Inbegriff für jeden Eisenbahnfreund war die Bahnlinie bis Mai 1987 als eine der letzten Dampflokhochburgen der Deutschen Reichsbahn. Bekannt wurde sie erneut Ende der 90er Jahre als eine der letzten Einsatzorte der bekannten DR-Diesellokbaureihe V 100.

Heute besteht nur noch auf einem von Nossen ausgehenden Reststück bis Rhäsa, bedingt durch die Zulieferung zum MVD-Mineralöllager Güterverkehr, der Rest der Strecke versank im Dornröschenschlaf. Deshalb befasst sich ein gesondertes Kapitel mit den Zukunftsvisionen und dem Kampf um die Erhaltung der Bahnlinie. Ein Stück aktuelle Verkehrspolitik wird so am konkreten Beispiel abgehandelt. Dass dabei Alternativen zur bestehenden Verkehrspolitik klar benannt und aufgezeigt werden, verbunden mit vielen urgrünen Visionen, versteht sich von selbst. Das Buch soll deshalb in die aktuelle Debatte um eine Reaktivierung der Strecke eingreifen.

Eine Selbstverständlichkeit war es, das Buch in Sachsen zu drucken und nicht ins Ausland auszuweichen. Das ist ein, wenn auch kleiner Beitrag, Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und lange umweltschädigende Transportwege zu vermeiden.

Was bleibt ist der Wunsch, das es gelingen möge, der Strecke Riesa – Nossen zu einem zweiten Leben, als Teil einer Transitstrecke in einem zusammenwachsenden Europa und nicht zuletzt als Touristenattraktion zu verhelfen. Mögen die Signale der traditionsreichen Eisenbahnlinie Riesa – Nossen bald wieder auf „GRÜN“ stehen!

Interesse am Buch?!
Wer Interesse daran hat, das hier vorgestellte Buch zu erwerben, der kann es im Direktversand über Tel. 035242 / 47711 bestellen oder in der
Landesgeschäftsstelle von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Wettiner Platz 10, 01067 Dresden, käuflich erwerben. Im Buchhandel ist es nicht erhältlich.


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