Grüne warnen: Stadt Riesa hält Spitzenplatz bei den Krebsneuerkrankungen im Landkreis Meißen

Meier: Dioxinbelastung und andere Umweltgifte nicht auf die leichte Schulter nehmen

Zu den Antworten der Staatsregierung auf ihre aktuelle Kleine Anfrage zu den Krebserkrankungen in den sächsischen Landkreisen und speziell im Landkreis Meißen erklärt Katja Meier, Landtagsabgeordnete der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

 

 

Die Antwort auf meine kleine Anfrage zu Krebsneuerkrankungen in sächsischen Landkreisen und speziell im Landkreis Meißen weist große regionale Unterschiede auf. Trauriger Spitzenreiter bei Krebsneuerkrankungen im Landkreis Meißen ist die Stadt Riesa. Hier erkrankten im Jahr 2013 doppelt so viele Menschen an Krebs, wie z.B. in der Gemeinde Wülknitz. Mit 81,04 Neuerkrankungen pro 10.000 EinwohnerInnen liegt die Stadt auch deutlich über dem sächsischen Durchschnitt von 65,4 Erkrankungen pro 10.000 EinwohnerInnen.“

 

 

 

Die Ursachen für eine Krebserkrankung sind vielschichtig. Sie sind u.a. von der individuellen Lebensführung aber auch maßgeblich von Umweltbedingungen abhängig. Da es bei den EinwohnerInnen im Landkreis Meißen sicherlich kaum signifikante Unterschiede bei der Lebensführung gibt, ist es naheliegend, dass unterschiedliche Umwelteinflüsse Ursache für die großen regionalen Unterschiede bei der Anzahl der Krebsneuerkrankungen sind. Insbesondere Dioxine, Feinstaub, Schwermetalle, Chrom und andere hochgiftige Stoffe, welche bei hoher Verkehrsbelastung und industrieller Produktion entstehen, gelten als stark krebsauslösend. So scheint es wenig verwunderlich, dass das industriell geprägte Riesa in der Region am meisten von Krebsneuerkrankungen betroffen ist.“

 

 

 

Die Auswirkungen von Umweltgiften auf die Gesundheit von Mensch und Natur werden immer noch oft als Grüne Panikmache abgetan. Statistiken wie die nun vorliegende, sprechen aber eine andere Sprache. Es liegt in der Verantwortung der PolitikerInnen auf allen Ebenen – auch der lokalen - die Gefährdungen durch Umweltgifte nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern alles Erdenkliche zu tun, um diese zu senken. Ich finde es unverständlich, dass sich z.B. der Riesaer Stadtrat gegen dauerhafte Messpunkte zur Erfassung von Dioxinen und Feinstaub im Stadtteil Gröba ausgesprochen hat. Die letzten veröffentlichten Untersuchungen der Landesdirektion Sachsen haben genau dort eine deutliche Überschreitung der Dioxinrichtwerte ergeben.“

 

 

 

Es bleibt zu hoffen, dass die endlich erfüllte Umsetzung der bereits 2012 erlassenen Auflagen zur Reduzierung von Dioxinen und Furanen bei Feralpi, eine spürbare Reduzierung beim Ausstoß von krebserregenden Schadstoffen mit sich bringt. Ich werde zu gegebener Zeit in einer erneuten Kleinen Anfrage die Staatsregierung abfragen, wie sich die Schadstoffwerte entwickelt haben."

 

Auch die Planungen für einen Containerumschlagplatz mitten in der Stadt Riesa, sollten unter diesen Aspekten noch einmal überdacht werden. Es ist nicht nur verkehrstechnisch zu hinterfragen, ob die Neuerrichtung dieses Terminals, welches überwiegend LKW Schwerlastverkehr in die Stadt zieht, an diesem Standort sinnvoll ist. Auch die Feinstaubbelastung in der Stadt wird durch das erhöhte Verkehrsaufkommen deutlich steigen - und somit auch das Risiko an Krebs zu erkranken“,warnt die Abgeordnete.